Frühlingstage in Stockholm


 

 

Dick gefroren sind die Seen unter uns, als unsere Maschine zum Landeanflug auf Stockholm ansetzt. Es ist Ende März und in Deutschland fängt langsam der Frühling an. In Schweden dagegen sind es fast -10C aber sonnig, und das Licht, welches uns in Deutschland so lange gefehlt hat, wirkt total belebend.

Auf den ersten Metern durch Stockholm bin ich mir sicher, diese Stadt könnte in den nächsten Tagen meine neue Lieblingsstadt in Europa werden. Die Strassen sind sehr sauber und gesäumt mit schönen Cafés und geschmackvollen Bäckereien. Alles wirkt sehr liebevoll, wenig hektisch und unheimlich sympathisch. 

Beim Kauf eines Kardamom Gebäcks, welches so etwas wie die Nationalnascherei Schwedens ist, merke ich gleich, dass es schwer sein wird, unsere gerade getauschten Kronen in den nächsten Tagen auszugeben. Selbst die kleinsten Beträge werden hier mit Karte bezahlt, viele Cafés akzeptieren nicht einmal mehr Bargeld. 

 

Viel weiss ich nicht über Stockholm, bin überhaupt nicht vorbereitet. Es ist auch mal schön sich im Unbekannten treiben zu lassen. Manche Boulevards erinnern etwas an New York, einige an Paris und einige sind dann doch typisch schwedisch.

 

 

 

 

Die Stadt ist nicht gerade günstig, was ich im Vorfeld bei der Hotelsuche feststellen musste. Aus der Not entschied ich mich für das bezahlbare Hotel Rex im nördlichen Teil von Norrmalm und sah uns schon in der Vorstadt sitzen. Aber zu unserer Überraschung ist sowohl das Hotel als auch das Viertel wunderschön und zentraler als vermutet. Die schmalen Seitengassen sind vollgestopft mit tollen Cafés und Bars, internationalen Restaurants und Second Hand Läden. Gerade einmal 15 min später gelangen wir durch die Drottninggatan an die Uferpromenade gegenüber der Gamla Stan, der Altstadt. Wenn auch sehr touristisch, gefallen mir die engen Gassen der Gamla Stan, mit seinen traumhaften Häusern und der allgegenwärtigen Nähe zum Wasser, sehr. „ Im Sommer muss die kleine Insel ein einziger Albtraum sein, wenn hunderttausende Touristen hier durch rennen“ denke ich, während wir mal wieder Kaffeepause einlegen und die Plätze für uns alleine haben. Die Akademie des Literatur Nobelpreises sitzt hier und, in direkter Nachbarschaft, der Königspalast. Die Königsfamilie hat vor Jahren schon ihr Stadtschloss gegen das Landleben getauscht. Das Schloss Drottningholm, nur wenige Kilometer ausserhalb Stockholms, ist wunderschön am Ufer eines Sees gelegen, eingerahmt von Wäldern und Kuhwiesen. Wir laufen durch den angrenzenden Park, gucken beim Wachwechsel zu und geniessen die Sonne. Jetzt bin ich mir sicher: Ja, Stockholm ist meine neue Lieblingsstadt ( zumindest in Europa) und ja, ich könnte ohne Weiteres hier leben ( wenn da nicht der skandinavische Winter wäre). 

 

 

 

SoFo - South of Folkungagatan ist das neue Zauberwort. Jede Stadt braucht ein In-Viertel, wo sollen sonst die ganzen Hipster hin. In Stockholm ist es seit wenigen Jahren ein kleiner Abschnitt im Viertel Södermalm. Noch mehr Cafes, noch mehr Second Hand, noch mehr Markthallen in denen man das beste Fleisch, den besten Fisch bekommt. Gibt es irgendetwas was Stockholm nicht hat? 

 

Das Skansen Freilichtmuseum auf der Museumsinsel macht einfach Spass. Auf einer riesigen Fläche wurden liebevoll schwedische Häuser und Höfe verschiedenster Jahrhunderte aufgebaut, zwischen denen man Rentiere, Elche, Bären, Wölfe und was sonst noch alles in Skandinavien lebt, beobachten kann. Es ist wirklich toll. 

 

 

 

 

Einen besonderen Geheimtipp haben wir noch für Euch. Stockholms U-Bahnstationen sind einmalig. Wirklich einmalig!  Etwa die Hälfte aller Stationen wurden von Künstlern ganz individuell gestaltet. Wir sind einen ganzen Abend zwischen den Stationen gependelt und konnten garnicht genug davon bekommen. 

 

Unser Fazit: 

 

Stockholm muss man gesehen haben. Es ist modern, traditionell, international, fussläufig zu erkunden, unheimlich sympathisch, nicht zu gross nicht zu klein, hat leckeres Kardamongebäck, ist immer nah an der Natur, reich an Theatern und Museen, eiskalt aber wunderschön im März und unsere neue Lieblingsstadt (zumindest in Europa).