Obrigado Lisboa


Obrigado Lisboa -  Danke für die langersehnte Sonne. Der Januar macht das Reisen nicht immer leicht. Wir haben Barcelona, Rom und die Toscana im Januar erlebt, aber immer war es recht kalt. Lissabon ist anders. Nicht nur, dass es weniger Mainstream ist als so manch andere Großstadt, nein es ist sogar warm als wir ankommen. Sehr sympathisch schonmal. Als dann auch noch der erste Kaffee und die ersten Puddingtörtchen schmecken, sind wir in die Stadt verliebt.

 

Die engen Gassen und Treppen der Alfama, der Altstadt sind unheimlich schön. Wie ein übergroßes Museum, konservierte Geschichte. Jedes zweite Haus ist augenscheinlich einsturzgefährdet und trotzdem bewohnt. Die Fassaden sind ganz individuell mit typisch portugiesischen Fliesen verziert. Auf allem liegt eine dicke Patina. Was für uns einfach nur authentisch ist, ist nicht zuletzt der Armut Portugals geschuldet. Man sieht sie an jeder Ecke. 

 

Aber hier wird gelebt. Und wie! In den gemütlichen kleinen Restaurants des Viertels findet fast jeden Abend Fado statt. Der wahrscheinlich leidenschaftlichste aller leidenschaftlicher Gesänge. Mit Mandarinen im Netz und Portwein im Glas sitzen wir auf einer Bank, oberhalb einer Bar und hören den Gesängen zu. Herrlich. Wunderschön und auch ohne Sprachkenntnisse, versteht man warum die Frau so fühlt wie sie fühlt. Gleich zweimal kommen wir zu unserer Bar zurück, essen leckeren Fisch, hören zu und fühlen mit. 

Abends wenn man in der verschneiten Heimat schlafen geht, sitzen wir auf einer der zahlreichen Miradouros und genießen bei noch mehr Wein und Oliven, den Ausblick über die Stadt und den Tejo. Hier wir wirklich gelebt, das Leben gefeiert und einfach genossen. 

Jede einzelne Gasse macht Spaß, egal wie steil sie ist. Überall wechseln sich private Boutiquen, Obsthändler und gemütliche Cafés ab. Wirklich überall gibt es neue Plätze und neue Ausblicke.

 

Sintra, nur eine 40 minütigen Bahnfahrt von Lissabon entfernt, ist ein ganz eigenes Kapitel. Das kleine Nest an den grünen Hängen des gleichnamigen Naturparks, ist vollgestopft mit sehenswerten Palästen. Außerdem hat es mit dem Parque da Pena den wohl schönsten Park der Gegend. Sintra ist ein absolutes Must see.

StreetArt und Lissabon gehören inzwischen einfach zusammen. Auf den ersten Schritten durch die Stadt haben wir fantastische Arbeiten gesehen. Mit Ze vom Lisbon Destination Hostel machen wir eine StreetArt Tour durch die Vorstädte. Wir sind die einzigen Gäste heute und so geht´s in Ze´s VW Bus familiärer zu. Portugal hat mitunter die kreativsten StreetArt-Künstler Europas. Viele Arbeiten sind politisch, viele nicht, aber individuell sind sie alle, egal wie groß oder wie klein. 

Zum Schluß der Tour lassen wir uns von Ze in der LX Factory absetzen, einem Beispiel für die wohl beste Umwandlung von Fabrikgelände zu Kulturzentrum. 

Besucht auch meine StreetArt Galerie.

 

 

Fazit: Lissabon ist der beste Beweis dafür, dass auch eine Hauptstadt ohne vordergründigen Mainstream auskommt und niemals verstaubt wirkt. Ganz im Gegenteil.  

 

 

kleiner Tipp: Öffentliche Verkehrsmittel sind in Portugal unschlagbar günstig. Nutzt Bus und Bahn, Fähre und Metro und fahrt 

                     raus aufs Land. Sintra ist bildschön, Porto und Faro auch nur eine paar Stunden entfernt.