Wieviel kostet eine Fernreise?

 

Oft werde ich gefragt, wie ich mir jedes Jahr eine Fernreise leisten kann. Ich habe einen normalen Job mit einem normalen Einkommen, geizig bin ich nicht aber sparsam. Außerdem gönnen wir uns in anderen Ländern keinen Luxus und fast nie ein Hotel. Wir schlafen ausschließlich in unserem kleinen Wurfzelt. Und genau das ist es, was wir wollen. Wir verzichten nicht, sondern wollen genau diese Freiheit.

Den einzigen  Luxus, den wir uns gerade in Nordamerika gönnen, ist ein Mietwagen, welcher auch schon der teuerste Posten ist.

Ganz leugnen kann ich nicht, dass es trotzdem etwas teurer als eine Mallorca-Pauschalreise ist, aber die Vorbereitung laufen bei mir das ganze Jahr über.

Ich habe mir ein gesondertes Urlaubskonto angelegt, auf das ich monatlich einen Dauerauftrag eingerichtet habe, meine Prepaid-Karte fürs Smartphone spart auch recht viel und ich stelle regelmäßig meine Ausgaben meinem Einkommen gegenüber um nicht über meine Verhältnisse zu leben.

Mit diesen Methoden, die Euch wirklich nicht allzuviel im Alltag einschränken, spart Ihr garantiert eine ganze Menge.

 

 Wo finde ich einen günstigen Flug?

 

Ganz klar, der Flug ist oft der teuerste Posten einer Reise. Oft sitze ich mehrere Tage am Computer und recherchiere, drehe und wende die Reisedaten und die Abflughäfen, bis ich den besten Flug gefunden habe. Manchmal gehört auch viel Glück dazu. Vergleicht die Preise auf mehreren Suchmaschinen wie Momondo, Skyscanner ect. und denkt darüber nach, ob für Euch ein Gabelflug in Frage kommt. Beispielsweise könntet Ihr ab Frankfurt losfliegen und euren Rückflug in Düsseldorf enden lassen. Direktflüge sind mir auch oft zu teuer, deswegen versuche ich Flüge mit Zwischenstopp zu finden. Manchmal funktioniert das schon, wenn ihr von kleineren Flughäfen in eurem Umfeld, mit Zwischenstopp in bspw. Frankfurt bucht.  Wenn Ihr zeitlich etwas flexibel seid, versucht die Flüge einen Tag früher oder später zu legen. Je nach Ziel spart Ihr eine ganze Menge.

 

Wie finde ich günstige Unterkünfte?

 

Das ist nicht ganz so schwer. Ich bin seit mehreren Jahren bei booking.com angemeldet und bekomme oft sehr viele Prozente. Schaut doch auch mal auf hostelworld.com, da findet Ihr ganz tolle Hostels (viele auch mit Privatrooms) in der ganzen Welt. Wenn es Euch nichts ausmacht mit anderen Menschen das Bad zu teilen, spart Ihr hier eine ganze Menge. Auf Airbnb vermieten Privatpersonen einzelne Zimmer, ihre Wohnungen oder sogar das ganze Haus, und das im Vergleich zu manchem Hotel, sehr günstig.

Ihr wollt lieber mit dem Zelt verreisen? Um so besser.

In den USA und in Kanada ist das überhaupt kein Problem. Beide Länder sind auf Camper bestens eingestellt. Man unterscheidet zwischen staatlichen und privaten Campgrounds. Staatliche Zeltplätze findet Ihr in National-, Provincial Parks und -Forests. Private Zeltplätze gibt es sehr sehr viele. Eine sehr große Marke ist KOA, welche auf Reisen mit Kindern spezialisiert sind. Wir haben, mit Ausnahme im Yosemite N.P. noch nie reserviert und hatten immer tolle Plätze gefunden.

 

In vielen nordeuropäischen Ländern ist campen noch viel einfacher. Durch das „Jedermannsrecht“ dürft Ihr, außer auf Privatgrundstücken und in Naturschutzgebieten, überall euer Zelt aufschlagen. Schaut mal, welche Länder darunter fallen.

 

In Ländern wie Namibia, Sambia ect. ist zelten ein Traum. Hier solltet Ihr doch eher einen Platz vorher reservieren. Die Strecken zwischen den Plätzen sind einfach zu groß um spontan hin und her zu fahren.

 

Wohin mit dem Geld und meinen Unterlagen?

 

Passieren kann überall etwas. Im dichten Gedränge ist dann mal schnell die Tasche geklaut und man steht da ohne Geld und ohne Reisepass.

Ich lege Kopien unserer Reisepässe in meine Dropbox und habe die Telefonnummer der Deutschen Botschaft oder den nächsten Konsulaten immer zur Hand. Außerdem verteile ich meine Notgroschen auf mehrere Gepäckstücke und trage meine Kreditkarte immer versteckt am Körper. Es kann in manchen Teilen der Welt vorkommen, dass die Kreditkarte nicht akzeptiert wird oder der Notgroschen aufgebraucht ist. In diesem Fall gibt es immer noch den Geldtransfer über Western Union. Bittet Freunde oder Familie zuhause euch über Western Union Geld zu senden. Diese Methode ist nicht günstig, aber manchmal die letzte Chance.

 

Geldwechsel vorher oder erst im Reiseland?

 

Es kommt mit Sicherheit darauf an in welches Land Ihr fahren wollt. Für die ersten Stunden oder den ersten Tag in einem neuen Land hat man immer gerne schon etwas Landeswährung in der Tasche. Ich mache es immer so:

  • USA, Kanada - hier wechsele ich im Vorfeld kein Geld, da die Kurse meistens schlecht sind und ich bequem mit EC-Karte bzw. KreditKarte trotz Auslandsgebühr, bessere Kurse bekomme.
  • Auch in Indien hatte ich die ersten Rupien per Karte abgehoben, später auch mal Euro eingetauscht. Trotz schlechterem Kurs ist es manchmal unvermeidbar in die Wechselstube zu gehen. 
  • In Venezuela war ich erstaunt, dass ich mit Dollar nichts anfangen konnte. Der Dollar ist sonst Türöffner Nr. 1. Hier war jeder heiß auf den guten Euro. Wenn Ihr Geld am Automaten abheben wollte, geht zu einer sicheren Bank und nicht zum Automaten und denkt dran, dass es in weiten Teilen des Landes kaum Banken bzw. Automaten gibt.
  • Namibia, Botswana, Sambia sind geldtechnisch sehr unterschiedlich. Erkundigt Euch vor eurer Reise welche KreditKarten akzeptiert werden. In unserem Fall, wurde in Sambia keine MasterCard akzeptiert. Namibia ist in den grösseren Zentrum mit Banken ausgestattet, wo Ihr euch mit frischem Geld eindecken könnt. Botswana funktionierte auch recht gut mit KreditKarte. 
  • Japan ist recht speziell. Japan ist ein reines Bargeld-Reiseland. Mit Kreditkarte kommt man im Alltag nicht sehr weit. Ich empfehle Euch die Automaten der 7Bank die in jedem SevenEleven Shop zu finden sind. Wollt Ihr schon in Deutschland ein paar Yen kaufen? Über Travelex könnt Ihr euch das Geld per Kurier nach Hause schicken lassen.

Campen im Bärenland:

Zugegeben, in den ersten Nächten hat man ein etwas komisches Gefühl. Informiert Euch am besten an Rangerstationen über die verschiedenen Verhaltensweisen, solltet Ihr einem Bären oder Berglöwen begegnen.

Zu eurer Beruhigung kann ich sagen, dass die Chance von Berglöwen angegriffen zuwerden sehr gering ist. Viele Wildnisbewohner erzählten uns, dass sie oft jahrelang keine zu Gesicht bekommen. Bei Bären jeglicher Art sieht das etwas anders aus. Grizzlys und Schwarzbären sind überall.

Auch wenn Euch das alles vielleicht verunsichert - zelten im Bärenland ist fantastisch und auch nicht so gefährlich wie es sich anhört, wenn Ihr gewissenhaft und respektvoll seid.

  • Eure Essenvorräte, Kulturbeutel ect. müsst ihr immer in Bären-Boxen aus Metall einschließen oder Ihr packt alles in einen Beutel und zieht den mindestens vier Meter hoch zwischen zwei Bäume. Lasst besser nichts im Kofferraum. Euer Vermieter wird es Euch danken.
  • Kocht nicht direkt neben eurem Zelt und lasst eure Klamotten, mit denen Ihr gekocht habt nicht  im Zelt liegen.
  • Haltet euren Zeltplatz penibel sauber.
  • Verzichtet weitestgehend auf Parfum und auf Haargel.
  • Ob Ihr euch ein Bärenspray kauft, ist Euch überlassen. Die Pfeffersprays kosten im Schnitt 40,-CAD und sind schon effektiv. Wir hatten uns dagegen entschieden.
  • Zeltet nicht zu nah an Flüssen, den da jagen die Bären nach Lachsen.

Wenn Ihr unterwegs auf Bären trefft, gibt es verschiedene Regeln die Ihr befolgen müsst. Wir sind einige Male in diese Situationen gekommen und waren zum Glück immer sehr ruhig und haben alles befolgt, was die Ranger uns geraten hatten. Informiert Euch an den Rangerstationen über die verschiedenen Verhaltensregeln bei Grizzlys, Schwarzbären und Pumas und dann wird's schon klappen mit eurem Wildnisabenteuer.

 

 

Nationalparks der USA:

 

Solltet Ihr bei eurem Roadtrip durch die USA, mehrere Nationalparks besuchen wollen, könnte sich der Annual Pass für momentan 80$ für Euch lohnen. Den Pass bekommt Ihr an den Eingängen der Parks oder online hier.