Hawaii - Aloha aus dem Paradies


„ Ich sag Dir, das machen wir nächstes Jahr“. Während unseres Rückfluges von New York nach Hause sehen mein Kumpel Schneider und ich eine Doku über die Wellenreiter von Hawaii. Wir sind zwanzig Jahre alt und haben gemerkt, dass wir raus aus Europa müssen. Seit einigen Jahren bin ich fast wöchentlich in einem anderen europäischen Land beruflich unterwegs. Nach wie vor liebe ich es zu reisen, aber inzwischen erinnert mich alles an Europa an die Arbeit.

Zusammen mit Andi, einem weiteren Freund aus Bundeswehrzeiten, fliegen Schneider und ich via Los Angeles nach Kauai, der Garteninsel Hawaii´s.

Das Aloha-Feeling saugt uns sofort auf und spuckt uns an den schönsten Paradiesstränden wieder aus. Natürlich haben wir uns ein Upgrade unseres Mietwagens aufschwatzen lassen. Hier braucht man einfach ein Capriolet,

schließlich ist Magnum auch nicht in einem alten Fiat Panda über Kauai gefahren.

Um Kauai führt eine Ringstraße, die im Norden der Insel durch die steilen Klippen der Napali Coast unterbrochen ist. Ins Innere kommt man lediglich zu Fuß. In den Aussteigersiedlungen Princeville und Hanalei verbringen wir sehr viel Zeit, relaxen am Strand, versuchen mit unseren neu gekauften Skimboards zu surfen und machen Barbecue. Heute müssen wir entlang der Tarofelder Richtung Lihue. Ich habe für uns einen Heliflug organisiert. „Wenn wir schon zu faul sind um in die Berge zu wandern, fliegen wir wenigstens hin“. Mit polynesischer Musik auf unseren Headsets, tauchen wir in die unvorstellbare Bergwelt Kauais ein. Unser Pilot dreht ab in den Waialeale Krater, dem regenreichsten Punkt der Erde. Die Hänge sind mit Moosen und Bäumen bewachsen, über uns liegt eine dunkle Wolke wie ein Deckel auf dem Rand des Kraters, mystischer geht es nicht.

Kauai war traumhaft, jetzt geht’s weiter nach Maui. Vielleicht lernen wir ja hier surfen. Vor den Stränden von Kihei tummeln sich etliche Buckelwale. Sie ziehen jetzt im März von Alaska hierher um ihre Jungen großzuziehen. Mit einem Cocktail bewaffnet, sitzen wir Stunden am Ufer und schauen der Riesen zu, wie sie mit den Flossen aufs Wasser schlagen. Wenige Kilometer vor der Küste sehen wir am Horizont den eingestürzten Kraterrand des Molokini. In seinem Inneren findet man eines der besten Riffe auf Hawaii. Davon müssen wir uns überzeugen. Mit den Katamaran setzen wir über, haben ein super Barbecue an Bord und können es nicht glauben wie nah uns einige Buckelwale, Meeresschildkröten und kunterbunte Fische kommen.

Die Abende verbringen wir gerne in Lahaina, einer kleinen Stadt etwa eine Autostunde von Kihei entfernt. Hier ist richtig was los. Einige Flotten der Navy aus Pearl Harbor feiern ihren Abschied, sie sind auf dem Weg in den Golf. Die Matrosen sind motiviert und in Feierlaune. Es ist März 2003, zwei Tage später beginnt der Krieg im Irak.

Aus der Luft schau ich nochmal zurück auf den Krater des Haleakala. Eine dicke Wolke am Horizont zeichnet unser nächstes Ziel ab. Wie nah hier alles liegt. Nach nur 20 min landen wir auf Big Island. Es ist die Insel der Superlative. Mit dem Mauna Kea steht der höchste freistehende Berg hier, einer der besten Kaffees wird hier angebaut, der Ironman findet hier statt und mit dem Kilauea hat Big Island auch noch einen der aktivesten Vulkane der Welt. Also es gibt viel zusehen. Ab Kailuna Kona cruisen wir in Zeitlupe an den Kaffeplantagen vorbei zum Hawaii Volcanoes National Park. Durch einen wilden tropischen Wald laufen wir zum Krater der Kilauea. „Das soll einer der aktivsten Vulkane sein?“ Wenige Rauchsäulen steigen an den Rändern auf, ansonsten ist die Suppe im Krater erstarrt. Die Lava des Kilauea ist sehr dünnflüssig und drückt sich eher an den südlichen Hängen raus, bevor sie eine riesige Dampfwolke im Meer hinterlässt. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Unbeschreiblich schön ist es, wenn sich dicke leuchtende Lavablasen an die Oberfläche drücken.

Ich hätte nie nach Hawaii fahren dürfen. Jetzt wollen wir nie wieder hier weg. Nach unbeschreiblichen Wochen im Paradies verlassen wir Big Island in Richtung San Francisco um an der Bay noch einige coole Tage zu haben. Jahr für Jahr nehme ich mir vor wieder meine Sommer auf Hawaii zu verbringen, mal sehen wann es wieder klappt.