Botswana


Botswana - Tiere bis unters Dach


Der afrikanische Wahnsinn am sambesischen Fährhafen Kazungula überfordert mich total. Es wirkt als hätte man wahllos Lkw´s und Autos ans Ufer des Zambesi gepresst und wüsste selber nicht wie es weiter geht. Zig Einheimische belagern uns, wollen sich als Guide für die Abwicklung der Formalitäten anbieten, jeder schreit durcheinander. Dabei ist es wirklich ratsam, sich einen Helfer an die Seite zu stellen. Auch wenn es nicht viel Papierkram ist Sambia zu verlassen und ein Ticket zu kaufen, verirrt man sich zwischen den unübersichtlichen Wellblechhütten. Vor Kazungula treffen die Grenzen von Namibia, Botswana, Zimbabwe und Sambia aufeinander. Kein Wunder woher der Trubel kommt.

Als die Fähre anlegt frage ich mich ob die Hafenarbeiter die Prozedur heute zum ersten Mal machen. Wie erwartet können die Fahrzeuge nicht von der Fähre da wir das Ufer komplett blockieren. Das heißt etwa 50 Autos, Lkw´s und Motorräder müssen erst rückwärts gelotst werden um Platz zu schaffen. Es ist unvorstellbar, dass das hier jede Stunde so abläuft.

Auf der anderen Seite wartet Botswana auf uns. Die Abwicklung am Zoll wirkt hier schon etwas professioneller. Wir sind zwar schon seit einiger Zeit auf dem Kontinent unterwegs, haben aber von der afrikanischen Tierwelt noch nicht genug und darum sind wir genau richtig hier.

Südlich der Stadt Kunene erreichen wir eines der größten Binnendelta der Welt. Auf rund 15.000 Quatratkilometer versickert der Okavango in der Ebene Botswanas und zieht scharenweise Tiere an. Hat man sich am Anfang unserer Tour noch über einzelne Zebras und Giraffen gefreut, muss man hier Slalom um die riesigen Herden fahren. Das ist es was wir sehen und fühlen wollen. Unser Camp im Chobe National Park haben wir so gewählt, dass wir auf der einen Seite die Ebene mit den Gras- und Wasserflächen haben und hinter uns eine hoffentlich schützende Felswand, die uns vor unangenehmen Besuchern abschirmen soll. Der Sternenhimmel ist wie fast überall im südlichen Afrika der Wahnsinn. Als ich dachte einen Schatten gesehen zu haben, leuchte ich in Richtung Wasser. Wie auf Zehenspitzen schleicht sich eine 20 köpfige Elefantenherde kaum hörbar nur wenige Meter an uns vorbei.

Westlich des Chobe campen wir für ein paar Tage im weniger bekannten und kleineren Moremi-Wildreservat. Auch hier positionieren wir die Autos so, dass uns hoffentlich kein Tier von hinten attackiert. Womit wir nicht gerechnet haben, ist die nicht vorhandene Scheu der Hyänen. Wir hören sie jeden Abend, wie sie hässlich ihre Beute auslachen. Heute sind wir dran. Drei Hyänen zwängen sich an uns vorbei und klauen unser Abendessen. Das wir unser Fleisch mit Holzscheiten verteidigen interessiert die Truppe nicht. Unsere holländischen Nachbarn waren dagegen weit cooler als wir. Trinkfreudig und leichtsinnig wie sie waren, haben sie mit FlipFlops bewaffnet das Rudel abgewehrt.

Kleiner Tipp: Bitte versucht das nie, und das rate ich nicht nur aus Tierliebe.

Unser Eindruck und ein paar Fakten.

Botswana ist für ein afrikanisches Land auffallend sauber. Überall entlang der Straßen sehen wir neue Schulgebäude. Seit Jahren hat das Land der Korruption den Kampf angesagt, das Bildungsniveau angehoben und für eine fast flächendeckende Trinkwasserversorgung gesorgt. Die Korruptionsrate ist heute schon niedriger als in manchem europäischen Land. Ein Problem mit dem die Republik nicht zurecht kommt ist Aids. Die Krankheit hat die Lebenserwartung auf erschreckende 46 Jahre verringert. Es fällt uns sofort auf, dass man nirgendwo ältere Menschen sieht.


Einreiseformalitäten.

Wollt Ihr von Namibia aus nach Botswana einreisen, müsst Ihr die namibischen Ausreisepapiere ausfüllen, den Reisepass vorlegen und das Fahrzeug austragen. Manchmal verlangt man hierzu auch den „letter of authority“, eine Erlaubnis eures Vermieters, dass Ihr das Auto ausführen dürft.

An Zoll von Botswana müsst Ihr nach einem Blue form-Formular und einem Gate Pass für das Fahrzeug fragen. Habt Ihr alles ausgefüllt und alle Stempel besorgt, fahrt Ihr zur Seuchenkontrolle. Hier müsst Ihr durch ein Desinfektionsbad fahren!!! Botswana ist sehr vorsichtig bei der Einfuhr von Eiern und Fleisch, also kauft das besser später. Nachdem Ihr den Gate Pass gezeigt habt geht die Reise weiter.


Lohnt sich Botswana?

Ja auf jeden Fall. Wer Tiere beobachten will sollte zwischen Mai und November ins Okavango Delta. Landschaftlich fand ich Namibias Weite schöner, aber kombiniert man beide Länder, habt iIr eine geniale Tour.


Kann ich Botswana auch mit einem normalen Pkw bereisen?

Jein. Ihr kommt zwar problemlos zu den einzelnen Parks, müsstet Euch dann aber einer geführten Safari anschließen. Möchtet Ihr selber in den Chobe fahren, rate ich Euch eher zum Allradfahrzeug.